Schutzgasschweissgerät – wenn es etwas zu Schweißen gibt

Schutzgasschweissgerät – wenn es etwas zu Schweißen gibtJeder Heimwerker kann ein Lied davon singen: Wenn es etwas zu Schweißen gibt, gibt es nichts Besseres und Sichereres als das Schutzgasschweißgerät. Aber Vorsicht: Diese Dinger haben es in sich. Sicherlich könnte man nun sagen, dass man auch mit den kleinen Schweißgeräten arbeiten könnte. Die Schweißgeräte, die mit den Schweißelektroden arbeiten, bringen auch gute Ergebnisse hervor, oder nicht? Doch sind sie nicht für alle Arbeiten ausreichend. Manchmal muss es einfach etwas mit ein bisschen mehr Wumms sein. Und genau für diese Zwecke sind die Schutzgasschweißgeräte geschaffen.

Was genau ist ein Schutzgasschweißgerät?

Bei diesem Schweißgerät werden neben dem Schweißdraht noch eine Gasflasche mit entsprechendem Schweißaufsatz benötigt. Der Zuführungsschlauch ist mit einem Regler am Griff sowie einem Düsenaufsatz bestückt. Auf diesen Aufsatz können unterschiedliche Düsen für die unterschiedlichen Schweißarbeiten aufgesetzt werden. Grundsätzlich sollte diese Anordnung bei allen Geräten dieser Art gleich sein. Doch leider ist nicht immer die gesamte Ausrüstung im Lieferumfang enthalten. Oftmals sieht es eher so aus, dass nur das eigentlich Grundgerät sowie die beiden Schlauchaufsätze für Gas bzw. den Schweißdraht vorhanden sind. Punkt aus. Das ist schade. Denn bei diesen Modellen, so günstig sie vielleicht im ersten Moment auch erschienen sind, muss man sich alle anderen Teile zusätzlich kaufen, was ein großes Loch in die Kasse reißen kann. Das muss aber nicht sein. Denn es gibt selbstverständlich auch Hersteller, die alles als Komplettsatz anbieten. Lediglich die unterschiedlichen Düsenaufsätze müssen extra erstanden werden. Und das ist ein guter Deal. Schließlich wird man ohnehin im Laufe der Zeit immer wieder neue Düsenaufsätze oder anderes Material hinzukaufen. Doch als Grundausstattung ist ein Komplettsatz tatsächlich am besten.

Wann wird ein Schutzgasschweißgerät nötig?

Beginnen wir mit einer einfachen Antwort: Wenn Sie vorwiegend in Ihrer Werkstatt schweißen und nur kurze Wege zurücklegen müssen vom Lagerort des Gerätes bis zum Ort der Arbeit, können diese Modelle gut zum Einsatz gebracht werden. Bedenken Sie, dass sie nicht nur das eigentliche Gerät, sondern immer auch die Gasflasche transportieren müssen. Dies ist vor Ort kein Problem. Sollten Sie weitere Strecken im Auge haben, kann eine andere Lösung sinnvoller sein. Im Übrigen eignet es sich auch zum Schweißen im Freien, in der Nähe der Werkstatt. Voraussetzung sollte hier aber ein ebener Boden sein, damit alle Geräte sicher abgestellt werden können. Dies gilt auch der eigenen Sicherheit, denn ein Schutzgasschweißgerät ist in Bezug auf die eigentliche Gefahrenquelle nicht zu unterschätzen.
  • Sie suchen ein Schweißgerät, mit dem Sie (fast) alle Materialien schweißen können?
  • Sie suchen ein Schweißgerät, mit dem sich (fast) alle Arbeitsbereiche abdecken lassen?
  • Sie besitzen beim Schweißen noch nicht viel Erfahrung, möchten aber möglichst gleich von Anfang an gute Ergebnisse erzielen?
  • Sie besitzen eine gut eingerichtete Werkstatt mit ausreichend Platz zum Arbeiten mit dem Gerät und wechseln diesen Arbeitsplatz auch nicht / nur äußerst selten?
Können Sie diese Fragen, oder die meisten, mit JA beantworten, ist das Schutzgasschweißgerät für Sie gut geeignet.

Die Vorteile des Schutzgasschweißgerätes

  • Das Gerät kann universell eingesetzt werden.
  • Die meisten Metalle lassen sich mit diesem Schweißgerät schweißen.
  • Da es fast alle Einsatzbereiche in einer Werkstatt abdeckt, kann es als Allrounder unter den Schweißgeräten bezeichnet werden.
  • Metalle unterschiedlicher Stärke / Dicke können bearbeitet werden. Insbesondere bei dünnen Blechen, wie etwa Autoblechen, ist dieses Gerät unschlagbar.
  • Die Einarbeitungszeit, um mit diesem Gerät gut umgehen zu können und gute Arbeit abzuliefern, ist bei diesem Gerät sehr kurz – auch für Anfänger.
  • Es entsteht keine Schlacke. Dadurch erspart man sich bei der Arbeit einen Arbeitsgang, nämlich das Entfernen der Schlacke mit dem Schlackenhammer. Damit ist ein großer Zeitfaktor eliminiert. Auch die Nerven werden geschont, weil schon so mancher Schweißer seine Nähte wieder „aufgehämmert“ hat.


Nachteile des Schutzgasschweißgerätes

Wo es Vorteile gibt, gibt es für gewöhnlich auch einige Nachteile.
  • Schweißen mit Schutzgas sollte nur in geschlossenen Räumen oder im Freien bei absoluter Windstille durchgeführt werden. Warum? Gas ist windanfällig und kann schnell verweht werden. Damit wird der Schweißerfolg relativiert, was sich in schlechteren Schweißnähten bemerkbar macht.
  • ACHTUNG – FUNKENFLUG! Aus diesem Grunde sollte Schutzgas niemals ohne Schutzkleidung und entsprechendem Helm eingesetzt werden. Auch wenn man sich in Sicherheit wähnt, genügt ein kleiner Funke, um Haare oder Kleidung in Brand zu setzen.
  • Der Anschaffungspreis ist, verglichen mit anderen Schweißgeräten, extrem hoch. Deshalb sollte man es sich zweimal überlegen, ob man nicht auch mit einem günstigeren Gerät zurechtkommen könnte.


Vorbereitung?

Auch wenn das Schweißgerät für die meisten Metalle bestens geeignet ist, ist die Vorbereitung derselben bereits die halbe Miete, der halbe Werkerfolg. Denn eines sollte beim Schweißen niemals vergessen werden: Das Säubern des Materials. Rost, Farbe bzw. Farbrest und Schmutz müssen selbstverständlich entfernt werden, um den bestmöglichen Erfolg verzeichnen zu können. Wird diese Vorbereitung vergessen oder unsachgemäß durchgeführt, wird sich dies in schlechten oder nicht haltenden Nähten schnell rächen. Dies gilt natürlich auch beim Schweiß von Autos. Sicherlich ist das Gerät bestens dafür geeignet. Auch die dünnen Fahrzeugbleche bereiten ihm kein Problem. Selbst wenn diese 10 Millimeter überschreiten, überzeugt das Schutzgasschweißgerät mit absoluter Präzision.

Fazit

Ein Schutzgasschweißgerät ist recht teuer in der Anschaffung. Daher will diese gut überlegt sein. Wird tatsächlich so viel geschweißt, dass es sich in der Anschaffung lohnt? Was wird geschweißt? Richtig – mit dem Schutzgasschweißgerät können so gut wie alle Materialien geschweißt werden. Insbesondere das Bearbeiten von Autos ist hier hervorzuheben, da die Dicke des Blechs für dieses Gerät überhaupt keine Rolle spielt. Die Frage nach dem „Wo?“ stellt sich natürlich auch. Gas ist flüchtig und daher an windigen Tagen eher für das Nutzen in geschlossenen Räumen empfohlen. Als Anfänger im Bereich des Schweißens ist dieses Gerät die beste Wahl, da man sich schnell an die Arbeit mit ihm gewöhnt und schnell Erfolge sichtbar werden. Bitte beachten Sie beim Arbeiten mit dem Schutzgas immer die Sicherheitsvorschriften: Schutzkleidung (schwer entflammbar), Helm, eventuell Handschuhe. Was übertrieben scheint, ist nur eine logische Schlussfolgerung. Denn wo mit Gas geschweißt wird, kann es immer zur Entstehung von Funken kommen. Setzen Sie Ihre Gesundheit also nicht unnötig aufs Spiel. Arbeiten Sie nicht nur mit Herz, sondern auch mit Verstand.